Kurz gesagt: Ein Barcamp ist eine partizipative Veranstaltung ohne vorgegebenes Programm, bei der die Teilnehmer die Sessions vor Ort gemeinsam gestalten. Auf die berufliche Weiterbildung ubertragen, ermoglicht es Bildungsverantwortlichen, Trainern und L&D-Teams, Praktiken zu teilen, Ideen zu testen und institutionelle Silos aufzubrechen, ohne Hierarchie und ohne festen Referenten. Ein kraftvolles Format zur Stimulierung von Innovation in der Weiterbildung, sofern es gut vorbereitet ist.
Ein Barcamp ist ein partizipatives, offenes und nicht-hierarchisches Veranstaltungsformat, bei dem das Programm von den Teilnehmern selbst zu Beginn der Veranstaltung erstellt wird. Es gibt keine vorgesehenen Referenten oder Keynote-Vortrage: Jeder Teilnehmer kann eine Session, einen Workshop oder eine Debatte zu einem Thema vorschlagen, das er teilen oder erkunden mochte.
Das Barcamp entstand Mitte der 2000er Jahre in der kalifornischen Tech-Community und verbreitete sich schnell in anderen Bereichen, darunter Bildung und berufliche Weiterbildung. Man spricht dann von einem "Bildungs-Barcamp" oder "padagogischen Barcamp". Das Prinzip bleibt identisch: ein Raum, Teilnehmer, ein Whiteboard zur Planung der Sessions und die Freiheit, den Raum zu wechseln, wenn eine Session nicht den Erwartungen entspricht.
Fur Weiterbildungsanbieter und L&D-Teams stellt das Barcamp einen Bruch mit klassischen Seminar- oder Weiterbildungsformaten dar. Es positioniert jeden Teilnehmer als aktiven Mitwirkenden, nicht als passiven Empfanger.
Das Barcamp entstand 2005 als offene Antwort auf FooCamps, Veranstaltungen nur auf Einladung, die von O'Reilly Media organisiert wurden. Die Idee: die einer Elite vorbehaltenen Gesprache fur alle zuganglich machen. Der Name kommt aus einem Programmierbegriff (foobar), aber seine Philosophie ist es, die es stark machte.
Vier Grundregeln strukturieren das Format:
Diese Regeln machen das Barcamp zu einem strukturierten Peer-Learning-Raum, in dem horizontales Lernen die vertikale Wissensvermittlung ersetzt.
Die Organisation eines Barcamps in einem Weiterbildungskontext erfordert wenig materielle Ressourcen, aber eine sorgfaltige Vorbereitung in drei Punkten:
Fur die Anwesenheitserfassung wahrend eines professionellen Barcamps, insbesondere wenn die Veranstaltung durch eine Forderstelle finanziert oder in einen Weiterbildungsplan einbezogen ist, ermoglicht Edusign die Verwaltung digitaler Anwesenheitslisten je Session, ohne Papierarbeit.
Ein Barcamp ist nicht einfach eine Networking-Veranstaltung. Fur Weiterbildungsverantwortliche und padagogische Teams erzeugt er messbare Effekte:
Ein Barcamp kann scheitern, wenn bestimmte Bedingungen nicht erfullt sind. Wichtige Wachsamkeitspunkte fur Weiterbildungsverantwortliche:
Im Vergleich zu einem Hackathon ist das Barcamp weniger auf die Produktion von Ergebnissen ausgerichtet und mehr auf Wissensaustausch fokussiert. Beide Formate erganzen sich in einer padagogischen Innovationsstrategie.
Edusign ist kein Barcamp-Moderationswerkzeug, sondern eine administrative Infrastruktur, die es Organisatoren padagogischer Veranstaltungen ermoglicht, alles rund um die Schulung reibungslos zu verwalten:
Fur Weiterbildungsverantwortliche, die Barcamps im Rahmen ihres Kompetenzentwicklungsplans organisieren, ist diese administrative Automatisierung die Voraussetzung dafur, dass die Veranstaltung organisatorisch leicht bleibt und gleichzeitig den Dokumentationsanforderungen entspricht.
Ein Hackathon ist produktorientiert: Die Teilnehmer erstellen in einer begrenzten Zeit ein konkretes Ergebnis (Prototyp, Losung, Code), oft im Wettbewerbsformat. Ein Barcamp ist austauschorientiert: Die Teilnehmer teilen Praktiken, Ideen und Erfahrungen, ohne Produktionsziel. In der beruflichen Weiterbildung erganzen sich beide Formate: das Barcamp zum Kapitalisieren von Wissen, der Hackathon zum Prototyping padagogischer Losungen.
Zwischen 20 und 100 Teilnehmern ist der optimale Bereich fur ein Barcamp im Weiterbildungskontext. Unter 20 ist die Anzahl der vorgeschlagenen Sessions unzureichend, um Vielfalt zu erhalten. Uber 100 wird das Logistikmanagement komplex und die Gesprachsqualitat verwassert. Fur ein erstes Barcamp in einem Weiterbildungsunternehmen ist ein Ziel von 30 bis 50 Teilnehmern realistisch.
Nein, das ist genau das, was ein Barcamp definiert: Das Programm wird vor Ort, zu Beginn des Tages, von den Teilnehmern selbst erstellt. Sie konnen im Voraus ein Rahmenthema festlegen (z. B.: "innovative Praktiken in der Fernweiterbildung") und optional 2 oder 3 Startersessions vorschlagen, um das Eis zu brechen, aber der Rest muss offen bleiben. Ein zu stark vorstrukturiertes Programm verwandelt die Veranstaltung in ein klassisches Seminar.
Nicht unbedingt, aber die aktivsten Teilnehmer kommen mit einer Session-Idee im Kopf. Sie konnen im Voraus einen einfachen Fragebogen versenden, um Themen zu sammeln, die jemand vorschlagen oder erkunden mochte. Das hilft schuchternen Teilnehmern, sich vorzubereiten, und gibt Organisatoren einen Uberblick uber aufkommende Themen. Entscheidend ist, dass jeder Teilnehmer mit der Bereitschaft kommt, beizutragen, nicht nur zuzuhoren.
Ein halber Tag (3 bis 4 Stunden) ist das Mindestformat, um 3 bis 4 Sessionsrotationen zu ermoglichen. Ein voller Tag erlaubt die Behandlung von mehr Themen und fordert informellen Austausch zwischen den Sessions. Zweitagige Barcamps existieren, sind aber in der beruflichen Weiterbildung selten, ausser im Rahmen jahrlicher Team-Retreats. Wichtig ist, unstrukturierte Pausenzeiten zu erhalten: Dort finden oft die reichhaltigsten Gesprache statt.